Public Relations – eine Frage der Leidenschaft


PR, das ist neu bei Conzepta. Seit einem halben Jahr bieten wir diesen Service für unsere Kunden an. Über unser neues Büro in Mailand und in Verbindung mit einem internationalen PR Netzwerk sind wir in Italien und in Europa bestens für effektive PR Arbeit aufgestellt, online und offline. Regelmäßig führen wir dazu Workshops durch, bei denen wir uns mit unseren Partnern, Medien oder auch Kunden über aktuelle Herausforderungen im Bereich PR austauschen.

Beim aktuellen Workshop wurde viel über B2B Kommunikation und Leidenschaft diskutiert. „Leidenschaft“, ein Wort welches es nicht wirklich leicht hat. Ganz besonders außerhalb von Italien.

In Bewerbungsschreiben für Positionen in der Kundenberatung oder im Designbereich wird damit beispielsweise nicht gespart. Die Bewerber wollen mit ihrer Vorliebe für Kommunikation beim Vorstellungsgespräch Eindruck machen, was als totale Hingabe zum Arbeitgeber und übermäßiges Pflichtbewusstsein zu deuten ist.

Häufig wird das Wort auch von kleinen und großen Unternehmen in New Business Präsentationen verwendet, die alle gleichermaßen vor Leidenschaft glühen, was sich in dieser Form wieder negativ auf die Glaubwürdigkeit und Wirksamkeit auswirkt.

Im Berufskontext hingegen kann die Leidenschaft sogar mit mangelnder Klarsicht und Selbstdisziplin verwechselt werden. In der Unternehmersprache heißt das, weder zielorientiert noch im Team arbeiten zu können.

Diesen Beruf ohne Leidenschaft auszuüben, scheint für jene, die wie ich aus der PR-Welt kommen, unannehmbar. Ich muss mich nicht notgedrungen in eine Anschlussstelle des Mainboard verlieben oder für eine Traktorachse schwärmen und auch nicht für Rohre, Baumaterialien, sowie jegliche Produkte bzw. Marktsektoren Begeisterung zeigen. PR basiert vielmehr auf dem Aufbau, der Pflege und der Verbesserung von Beziehungen, wobei die Personen im Mittelpunkt stehen und nicht die Unternehmen mit ihren Produkten.

Leidenschaft im Bereich PR kann den Unterschied machen. Es ist nicht nur eine Frage von Empathie zu Journalisten oder Arbeitseifer. Es bedeutet, Mitteilungen nicht wie ein Pressereferent zu gestalten, der die Außergewöhnlichkeit des eigenen Projektes zwangsläufig preisen muss, sondern wie eine gut informierte Person, welche die tatsächlichen Vorteile oder die Besonderheit des Kunden wahrnimmt.

Deshalb ist ein persönlicher Kontakt zu allen Journalisten erforderlich, weil jeder von ihnen anders ist. Jeder arbeitet in einer anderen Rubrik, hat seine Eigenheiten, besonderen Interessen und seine eigene Art die Wirklichkeit zu interpretieren. Sicher, die Leidenschaft macht den Unterschied. Vor allem heutzutage, da in den meisten Kommunikationskampagnen ‚Social Media’ eingesetzt wird.

Und Social Media verlangt es, die Inhalte zu individualisieren um das Interesse der Nutzer zu wecken. Blog, Facebook, YouTube sind entstanden um Leidenschaften zu teilen und sie unterstützen diese. Beabsichtigt Marketing nicht auch, die eigene Zielgruppe so gut wie möglich zu kennen, sie einzubeziehen und die Bedürfnisse herauszuhören oder neue zu schaffen, indem man sich der Gefühle bedient?

© Alessia Di Domenico / PR Consultant Conzepta


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